Die Gründung 1926

Vor der Gründung des Tennisclub Schadau Thun gab es nur wenige Tennisplätze am Thunersee welche vorwiegend im Besitz von Hotels und für deren Gäste reserviert  waren. Offensichtlich existierte aber auch unter den Einheimischen ein Bedürfnis dem Tennissport nachzugehen und 1925 wurde ein Komitee gegründet mit dem Ziel eigene Tennisplätze zu bauen.

Gründung des Tennisklubs Schadau – Thun  
Mit weiteren Ortsansässigen, die man auf den Plätzen kennen gelernt hatte, kam man überein, ein Komitee zu gründen und eigene Plätze zu bauen. Die Herren Fritz Fyg, Generalagent “Winterthur” Versicherungen; Arthur Hoffmann, Fabrikant; Gottfried Hoffmann, Fabrikant; Fritz Rätz, Fabrikant; Dr. Max Reist, Zahnarzt; Max Pfanner, Prokurist “Astra”; Jules Schieb, Prokurist “Astra”: Fred Haller, Prokurist “Selve”; Werner Stuber, Instr. Off. “Pferde-Regie”; die Gebrüder Willi und Eugen Frieden, Goldschmiede; Werner Krebser, Buchhändler; Frau Else von Selve; Arnold Schmid, Kanderkies; Hans Theiler, Ing.; waren die mir bekannten Initianten des Tennisklubs Thun, der bei seiner Gründung TC „Schadau – Thun“ benannt wurde.   Vorerst wurde 1925 die “Genossenschaft Tennisplätze Schadau-Thun” gegründet, die Anteilscheine zu Fr. 100.– herausgab, um das nötige Kapital zum Bau von zwei Plätzen zu beschaffen. Die Gründer  stiessen dabei auf recht grosse Schwierigkeiten, da die vorgesehen Geldgeber bei anderen Vereinsgründungen, Verluste erlitten hatten. Auch waren damals hundert Franken ein nicht unwesentlicher Betrag. Für meinen Vater fast 1/3 eines Monatsgehaltes.

Nur durch persönliche Garantie der Verzinsung zu 4% durch die Initianten, konnte das notwendige Kapital aufgebracht werden. 1926 kaufte die Genossenschaft 2000 Quadratmeter Land vom Konsortium Schadau zu einem Preis von Fr. 5.– m2 und liess darauf durch die Firma Bruno Weber, Basel, vorerst zwei Plätze und ein “Klubhaus” bauen. Diese wurden, gemäss “Oberländer Tagblatt” am 16. April 1926 eröffnet.  Tennisplätze Schadau-Thun” gegründet, die Anteilscheine zu Fr. 100.– herausgab, um das nötige Kapital zum Bau von zwei Plätzen zu beschaffen. Die Gründer  stiessen dabei auf recht grosse Schwierigkeiten, da die vorgesehen Geldgeber bei anderen Vereinsgründungen, Verluste erlitten hatten. Auch waren damals hundert Franken ein nicht unwesentlicher Betrag. Für meinen Vater fast 1/3 eines Monatsgehaltes.

Die zwei ersten Plätze standen beim heutigen Parkplatz der Kirche Scherzligen, um zwei Spielfeldgrössen von der Strasse entfernt, in Richtung Stockhorn versetzt, abgegrenzt durch die Mauer zur Schadaugärtnerei und Kulturland entlang der Karl Koch-Strasse. Ein Vorkaufsrecht für Bauland für zwei weitere Plätze bis an die Seestrasse, wurde eingeplant.  Damit nahm der Tennissport in Thun einen solchen Aufschwung, dass sich die Anlage schon nach kurzer Zeit als zu klein erwies. 1930 wurde ein dritter Platz erstellt. Bis zum Ablauf des Vorkaufsrechtes  für das restliche Stück Land unmittelbar an der Seestrasse, vermutlich 20 Jahre, war der Tennisklub nicht in der Lage, die notwendigen Mittel für einen Kauf aufzubringen.

Licht gab es einzig in den Garderoben. Gemäss einem Protokoll aus dem Jahre 1929, wurde ein Devis für die Einrichtung der Beleuchtung des Garderobengebäudes eingeholt. Es ist deshalb anzunehmen, dass in den ersten drei Jahren kein Strom im Klubhaus vorhanden war. Das Telefon wurde ca. 1935 eingerichtet. Die Spielfeldlinien mussten im Frühjahr mit spezieller Farbe mit dem Pinsel aufgetragen werden, da es Plastics bekanntlich zu dieser Zeit noch nicht gab. Im Laufe des Sommers mussten diese dann nachgestrichen werden. Zwischen Klubhaus und dem Ökonomie-Gebäude der Schadaugärtnerei gab es einen kleinen Platz , wo man gegen die Hauswand spielen konnte.

Kirche Scherzligen


Nach den Kriegsjahren hat man im Freien unter einer Tanne, eine Douche in Fronarbeit eingerichtet, wobei diese durch das Fenster der Herrengarderobe, über zwei selbst gebaute Treppen, erreicht werden konnte. Mangels eines Boilers konnte nur kalt geduscht werden!! Die grossen Tannäste dienten den Benützern zur Abschirmung als „Douchewände“

Das Garderobengebäude, es Klubhaus zu nennen wäre übertrieben, war aus Holz, hatte je einen Umkleideraum für Damen und Herren mit WC, und kleine Kleiderschränke für die Unterbringung der Sportausrüstungen. Diese mussten gemietet werden. Zwischen den beiden Eingängen zu den Umkleideräumen war das einzige Lavabo. Douchen bzw. Boiler waren nicht vorhanden.   Über dem Lavabo war ein kleiner Glaskasten, in dem Mitteilungen und Weisungen des Vorstandes angebracht wurden. Neumitglieder konnten z.B. erst aufgenommen werden, wenn deren Namen während einer bestimmten Zeit in diesem Kasten ausgehängt und keine Einsprachen seitens der Mitglieder erfolgte.  Der ganzen Länge des Gebäudes war eine gedeckte Laube vorgelagert, von wo aus die Plätze gut überblickt werden konnten, weil der Bau um ca. einen Meter überhöht war. Die Plätze wurden von dort aus auch betreten. Als Sitzgelegenheiten waren Peddigrohrstühle aufgestellt. Es waren weder Tassen, Gläser oder sonst wie Trinkgeschirr vorhanden. Einzig ein elektrischer 2 Liter-Wasserkocher gehörte dem Klub. Hatte man einen befreundeten Klub als Gast eingeladen, mussten alle Utensilien und die Verpflegung, von den Klubmitgliedern mitgebracht werden.

Dr. Eduard Lüthi, Im Hintergrund das Clubhaus

Präsidenten & Vorstand
Als erster Präsident wird Dr. med. dent. Max Reist genannt, der Mitbegründer und Genossenschafter des TC Schadau Thun war.

Dr. med. dent. Max Reist 1926
Max Pfanner 1927 – 1930
Werner Stuber – Pichon 1931
Dr. jur. Eduard Lüthi 1932 – 1936
Fred Haller 1937 – 1950
Im Hintergrund die Mauer der Schadau Gärtnerei

Infolge Fehlens der allerersten Protokolle ist nicht ersichtlich, wie sich der erste Vorstand zusammengesetzt hat. Aus dem ersten vorhandenen Protokoll vom 7. Juni 1927 kann entnommen werden, dass Max Pfanner, Präs. Dr.; Max Reist, Vize-Präs.; Fred Haller, Sekr. &. Kassier; Fritz Fyg, Platzwart; Jules Schieb &. Arthur Hoffmann, Beisitzer; und  Dr. Merz, Spielwart, anwesend waren.

An der „Generalversammlung“ vom 30. März 1937 wurden erstmals zwei Damen in den Vorstand gewählt. Frau Mimi Ziegler als Sekretärin und Frau Anni Schieb als Beisitzerin. Frau Anni Schieb, sollte bei ihrer Ernennung zum Ehrenmitglied (1973) , eines der am längsten im Vorstande mitarbeitenden Mitglieder gewesen sein. 1931 wurde Max Pfanner, selber Gründungsmitglied , als 1. Ehrenmitglied des Tennisclub Schadau Thun ernannt.

Übersicht „Geschichte des Tennisclub Thun“